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Reservisten der Bundeswehr

Reservisten sollten ohne Frage als eine tragende Säule der Streitkräfte in demokratischen Gesellschaften angesehen werden. Sie erfüllen vielfältige Funktionen im Gemeinwesen, sowohl sicherheits- als auch gesellschaftspolitisch. Aus der Perspektive der Sicherheitspolitik bestimmen sie das Wehrsystem eines Staates mit. Reservistenkonzepte werden wissenschaftlich den Theorien zum zivil-militärischen Verhältnis verortet. (Ausgabe: 02/2009)

Collage zum Thema Reservist
Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Durch die Reservisten ist eine Grundentscheidung für eine Flexibilität im Aufgabenspektrum des Militärs getroffen worden. Während nämlich Berufsarmeen durch die Auswahl, Ausbildung und organisatorische Eingliederung ihres Personals mittelfristig auf die Durchführung von konkreten Aufträgen festgelegt werden, lassen sich durch Wehrpflichtige relativ kurzfristig auch neue, bisher nicht in den Blick geratene Aufgaben erfüllen. Die in Wirtschaft und Verwaltung aufgebauten und aktuell gehaltenen Kompetenzen sind für die Anwendung in militärischen Tätigkeiten nutzbar zu machen.

Angesichts der zunehmenden Verzahnung in der zivil-militärischen Zusammenarbeit können Streitkräfte ihr Einsatzspektrum mit diesem Personal erweitern. Durch Reservisten lassen sich somit weitere sicherheitspolitische Optionen verfolgen, die in einer auf die Landesverteidigung fixierten Politik so nicht berücksichtigt wurden. Militärisch macht sich diese Mobilisierungsfunktion der Reservisten in der Personalgestaltung positiv bemerkbar. Spezialisten können ohne größere Vorbereitung herangezogen werden. In Auslandseinsätzen erhalten Angehörige der Bundeswehrverwaltung als Reservisten den Status als Soldat. Der Beruf des Soldaten gewinnt durch externen, aktuellen Sachverstand an Professionalität und Ansehen.

Neben diesen militärpolitischen Argumenten für eine effektive Reserve treten gewichtige gesellschaftspolitische Gründe hinzu. Eine lebendige sicherheitspolitische Kultur setzt ein Interesse einer relativ großen Zahl von Bürgerinnen und Bürgern an der Sicherheit des Gemeinwesens voraus. Reservisten tragen diese Idee in die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft. Sie helfen Netzwerke zu errichten und einer militärischen Milieubildung vorzubeugen. Damit unterstützen sie eine demokratische Kontrolle des Militärs bei gleichzeitiger Wehrhaftigkeit einer Gesellschaft. Jeder einzelne Reservist verstärkt durch sein Engagement die Öffentlichkeitsarbeit für die Bundeswehr. Gleichzeitig verbreitert sich die Legitimationsbasis für Einsätze der Streitkräfte.

In eigener Sache erlangt der Reservist durch sein Wirken Anerkennung und Prestige. Bei geschickter Abstimmung mit dem Arbeitsmarkt sind Wehrübungen für ihn eher von Nutzen. Alle Funktionen zusammen machen deutlich, dass die Reservistenarbeit und damit auch das System der Wehrpflicht in Deutschland ebenfalls für eine „Armee im Einsatz“ gut begründet und weiterhin notwendig sind. Das wird durch den folgenden Beitrag von Jan-Philipp Weisswange unterstrichen und mit Daten und Fakten belegt.

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Zusammenfassung

Die Rolle der Reservisten für die Bundeswehr wandelte sich mit dem Transformationsprozess. Im Kalten Krieg bestand der Verteidigungsumfang bei rund 1,3 Millionen Soldaten und damit zu 60 Prozent aus Reservisten. Die neue Reservistenkonzeption (2003) sieht in Folge der VPR weitaus weniger Personal vor. Diese werden zur Rekonstitution und in der zivil-militärischen Zusammenarbeit benötigt. Der Reservistenverband erfüllt wertvolle Leistungen gerade für die beorderungsunabhängige freiwillige Reservistenarbeit.

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Autor

Dr. phil. Jan-Phillipp Weisswange, Jahrgang 1972, ist Politologe und freier Journalist unter anderem für Strategie und Technik. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Deutsche Sicherheitspolitik, Militär und Gesellschaft, Innere Führung, Waffensysteme und Ausrüstung, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

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Stand vom: 16.06.2010 | Autor: Hans-Joachim Reeb

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