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Alte und neue Gesichter der Bundeswehr

Soldatenbilder spiegeln die gesellschaftspolitische und militärische Realität einer bestimmten Zeitepoche wider. Sie werden geprägt von den aktuellen Vorstellungen zur Sicherheitspolitik und besonders vom angenommenen Kriegsbild. Auch weisen sie auf die Bereitschaft des Militärs hin, die gesellschaftlichen Entwicklungen von Werten, Technologien und der Ökonomie aufzugreifen. (Ausgabe: 01/2009)

Werbebanner mit Soldatinnenportrait und Aufdruck "Frauen in der Bundeswehr"
Frauen in der Bundeswehr (Quelle: IMZ Bw/Rott/Marcus Rott)Größere Abbildung anzeigen

Weiterhin spielt bei der Skizzierung von Soldatenbildern eine Rolle, wie sich die Soldaten selber sehen (wollen) und von außen gesehen werden. Das Bild vom Soldaten entwickelt sich aber nicht allein aus den Strömungen der Zeit heraus, es besitzt auch Funktionen für die Gesellschaft und die Streitkräfte.

In einer arbeitsteiligen Arbeitswelt ist es von Interesse, den Beruf des Soldaten von anderen vergleichbaren Tätigkeiten abzugrenzen. Das Typische soll herausgestellt werden. In der Nachwuchsgewinnung der Streitkräfte werden dafür Bilder von Soldaten in der Werbung eingesetzt und in den Medien verwendet. Berufe, in denen öffentlich legitimierte Gewalt ausgeübt wird, bedürfen einer konkreten Beschreibung. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, über die Konturen dieses Bildes mitreden zu können. Auch das Militär benötigt ein solches Bild, schließlich sollen die Soldaten danach geprägt, das heißt ausgebildet und sozialisiert werden. Der Soldat als Individuum muss sich mit seinem Beruf identifizieren können.

Das Soldatenbild stellt folglich den Kristallisationspunkt für das Selbstverständnis einer Armee dar. Aus diesem Grund ist seit Gründung der Bundeswehr im Jahr 1956 teilweise sehr heftig um die „richtige“ Darstellung“ und somit Deutung gestritten worden. Mit dem Leitbild vom „Staatsbürger in Uniform“ wurde ein überzeugendes Konzept formuliert, das bis heute – zuletzt in der neuen ZDv 10/1 Innere Führung – bestätigt wurde. Dennoch nahmen die kritischen Stimmen nie ab. Die Gegenentwürfe wurzelten in der fehlenden Bereitschaft, den „Staatsbürger in Uniform“ mit seinen Komponenten als freie Persönlichkeit, verantwortlicher Staatsbürger und einsatzbereiter Soldat richtig verstehen zu wollen. Stattdessen sollte der Beruf des Soldaten auf das Militärische und Dienende reduziert werden. Dahinter steckte die Vorstellung vom Soldaten, der politisch abstinent ist und sich bedingungslos unterordnet.

Eine offene (Medien-) Gesellschaft macht es heute unmöglich, die Soldaten und die Bundeswehr als Ganzes aus den öffentlichen Diskursen herauszunehmen. Als ein Problem heutiger politischer Kultur wird aber die Zurückhaltung der Gesellschaft selbst angesehen, sich ausreichend für die Belange der Streitkräfte zu interessieren. Ein konturenscharfes Soldatenbild könnte dabei durchaus als Anreiz für eine solche sicherheitspolitische Diskussion dienen. Beispielsweise ließe sich darüber debattieren, warum es Teilen der politischen Elite immer noch schwer fällt, einer demokratisch kontrollierten und zuverlässigen Armee sachlich begründete Aufgaben zum Schutz der Bürger zu übertragen.

In diesem Zusammenhang wird im folgenden Beitrag von Thorsten Loch in historischer Perspektive das Bild vom Soldaten herausgearbeitet, das die Personalwerbung in der Vergangenheit entwarf und sich aufgrund des Transformationsprozesses zukünftig wandeln wird.

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Zusammenfassung

Das Anforderungsprofil an die deutschen Streitkräfte hat sich durch die Ausrichtung auf Auslandseinsätze nachhaltig geändert. Entsprechend muss sich auch das Bild vom Soldaten in der Außendarstellung der Bundeswehr wandeln. Die visuelle Kommunikation in der Nachwuchswerbung durchlief seit 1956 drei Phasen. Besonders erfolgreich kann die auf sozialwissenschaftlicher Grundlage basierende Strategie des Presse- und Informationsstabes in den 1970er und 1980er Jahren angesehen werden. Nunmehr in Verantwortung der Personalabteilung gilt es, ein neues Soldatenbild zur Gewinnung des Nachwuchses aufgrund der veränderten Herausforderungen zu erstellen.

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Autor

Dr. Thorsten Loch, Jahrgang 1975, ist Historikerstabsoffizier an der Offizierschule des Heeres, Dresden und war bis 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Potsdam und Lehrbeauftragter der Universität Potsdam.

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Stand vom: 17.06.2010 | Autor: Hans-Joachim Reeb

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